Naturparadies Harz mit Hund im Frühling

4 Tageswanderungen im Harzt - inkl. Übernachtungstipp


Wenn man nicht gerade im Süden von Deutschland wohnt, dann ist es schön zu wissen, dass es auch sehr schöne Berggebiete mit kleinen Bergen in der Nähe gibt, für die man sich nicht erst 10 Stunden im Auto die Körperrückseite platt sitzen muss. Auf unserer Agenda stehen definitiv auch irgendwann die Alpen, aber vorher erkunden wir erst einmal die wunderschöne Natur in Deutschland, die wir leichter und schneller erreichen können. Und davon gibt es ja zum Glück genug! Anfang Mai haben wir uns aufgemacht in den Harz, um 1 Woche durch den schönen Frühling auf vier Pfoten und zwei Füßen zu wandern. An vielen Ecken haben wir die Gegend als sehr grün und wunderschön kennengelernt. An andere Stellen auch recht traurig, karg und unliebsam. Die frühere Monokultur der Fichtenwälder hat dem Borkenkäfer leichtes Spiel gegeben, ganze Waldabschnitte komplett zu zerstören, die entweder bereits gerodet wurden und jetzt riesig abgeholzte Flächen hinter sich lassen, oder noch grau und abgestorben in den Himmel ragen. Der Harz ist wirklich groß und wenn man die Zeit für die schönen Ecken nutzen und genießen möchte, sollte man am besten wissen, wo es richtig schön ist. Ich finde es beim Reisen im In- oder Ausland immer gut, mir ein echtes Bild der Gegend zu machen, mit allem, das dazu gehört und nicht nur die verlockend süße Marmelade auf dem Brot zu vernaschen und trotzdem ist es schön zu wissen, wo besondere Ecken zum Kennenlernen sind. Wir haben 7 Tage im Harz rund um Bad Harzburg und Goslar verbracht und uns einen umfassenden Eindruck der aktuellen Lage im Nationalpark gemacht. Für euch habe ich unsere schönsten Wanderrouten mitgebracht, die unkompliziert erweitert oder nach Bedarf und Kondition abgekürzt werden können, ideal für einen Kurztrip oder eine Wochenreise. Dazu gibt es verschiedene Einkehrmöglichkeiten für die Brotzeit mit tierleidfreien Leckereien und ein paar Geheimtipps im Gepäck.


Unsere Ausgangslage für alle Aktivitäten

Übernachtet haben wir in Hahnenklee, einem kleinen Urlaubsort direkt am Boxberg, der dritt höchste Berg im Harz. Im Ort findet man direkt die Gondel, wer nicht laufen möchte, Startpunke für viele Wanderrouten, Mountainbike Strecken, einen Skilift für den Winter, eine kleine Fußgängerzone mit Restaurants zum Einkehren, ebenfalls mit tierleidfreien Optionen (z.B das 1894 mit Falafelbowls, veganen Burgern und mehr) und einem schönen See mit großem Park direkt vor der Haustüre. Dort haben wir morgens entspannt unsere kleinen Hundespaziergänge gemacht, bevor wir zu den mehrstündigen Wandertouren aufgebrochen sind und haben abends die schönen Sonnenuntergänge genossen. Wer alleine oder mit einer zweiten Person und mit oder ohne Hund reist, dem kann ich die beiden Appartements von Nature-Hike-Harz empfehlen, die modern mit gleichzeitiger Gemütlichkeit und allem, das man braucht, eingerichtet sind, einen schönen Balkon mit direktem Seeblick haben und sogar ein kostenloses Schwimmbad und Sauna im Untergeschoss anbieten. Wir haben uns dort sehr wohl gefühlt - Hunde sind herzlich willkommen! Von hier aus gibt es ebenfalls verschiedene Wandertouren, die direkt vor der Haustüre starten.


Unsere Top 4 Tagestouren - Alle Ruten verlaufen abseits von Autoverkehr, Abgasen und Lärm


Vom Romkerhaller Wasserfall über die Kästeklippentour zum Café Goldberg und zurück

(Rundtour - je nach Pausen und Tempo 6-7 Stunden)

Startpunkt ist der Wanderparkplatz Okertal direkt an der Bundesstraße 498 zwischen Goslar und Osterode. Von hier aus geht es am Romkerhaller Wasserfall direkt recht steil an der Kleinen Romke entlang durch den Wald bergauf. Ideal für Hunde, um ein bisschen im Wasser zu spielen und zu trinken. Wir sind über die Feigenbaumklippe, Mausefalle, Mooswand und Hexenküche direkt hoch zu den Kästeklippen und haben uns von dort aus immer nach den Wanderschildern in Richtung Café Goldberg orientiert, um dort unsere Mittagspause einzulegen. Das ist die Kästeklippentour, die jedoch etwas andere Pfade vorschlägt, wenn man sich an diesem Wanderzeichen orientiert. Schlussendlich kommt man am Café Goldberg, einen kleinen Ausflugscafé mit schöner Außenterrasse und Aussicht auf der anderen Seite der Berge am Rand von Göttingerode raus und kann auf dem Weg dorthin natürlich nach Belieben noch ein paar Verlängerungsschlänker einbauen. Mit kleinen Pausen zum Spielen und Genießen für Hund und Mensch haben wir für den Hinweg ca. 3,5 Stunden gebraucht. Spezielle vegane Optionen gibt es vor Ort nicht, aber man kann wunderbar die schöne Aussicht bei einem guten Café, einer Rhabarbersaftschorle oder einem Salat mit Bratkartoffeln auf sich wirken lassen und die Füße ausruhen. Auf dem Rückweg sind wir dann nach dem Wanderzeichen der Kästeklippentour zurück gelaufen, um auch noch andere Wege kennenzulernen, damit keine Langeweile aufkommt. Die Tour ist in den meisten Fällen sehr schön grün, abwechslungsreich mit Buchen-, Misch- und Fichtenwald und verläuft an vielen kleinen Trampelpfaden entlang, die ich in der Regel schöner finde, als große Schotterpisten. Am Ausgangspunkt kann man unkompliziert parken und wir haben im Mai bei schönstem Wetter ab und an sehr nette Mitwanderer getroffen, sind streckenweise niemandem begegnet und es war zu keinem Zeitpunkt touristisch überlaufen.


Vom kleinen Burgberg, über den Besinnungsweg zum Kreuz des deutschen Ostens, weiter zum Luchsgehege (Beobachtungsstelle), über die Säperstelle zurück (Rundtour - je nach Pausen und Tempo 6-7 Stunden, jederzeit verlänger- oder abkürzbar)

Gestartet sind wir an einem kleinen Parkplatz mit direktem Waldzugang abseits der Touristenaufläufe in Bad Harzburg als Geheimtipp für alle, die nicht mit Menschenmassen über den Baumwipfelpfad laufen und kostenpflichtig auf den Großparkplätzen parken wollen. Der Parkplatz befindet sich direkt zwischen dem Burgberg-Gymnasium und der Seniorenresidez Belvedere in Bad Harzburg und bietet im ersten Abschnitt für ca. 15 Autos öffentliche, kostenlose Parkmöglichkeiten. Wir waren am Wochenende dort und haben sofort neben ein paar Mountainbikern einen perfekten Stellplatz gefunden.

Von dort aus geht es direkt mäßig bergauf zum kleinen Burgberg und dann weiter zum Antoniusplatz, von wo aus der Besinnungsweg startet und die Ruhe beginnt. Wir sind die kleine Rundtour des Besinnungsweges gelaufen und anschließend weiter zur Säperstelle. Von dort aus sind wir einen kleinen Pfad am Stübchenbach entlang gewandert zum Baden und Plantschen und dann die zweite Möglichkeit rechts abgebogen, durch einen schönen Buchenwald das Kreuz des Deutschen Ostens umkreisend und anschließend immer Richtung Luchsgehege (Beobachtungsstelle). Für alle, die einkehren möchten, findet man dort auch das Waldgasthaus Rabenklippe mit schöner Aussicht und Außenterrasse. Zurück gibt es viele Wege am Kaltetalbach entlang in Richtung Säperstelle und wieder zum Parkplatz in Bad Harzburg. Wir haben unsere Brotzeit auf einer der vielen schönen Bänke unterwegs gemacht und waren insgesamt 6,5 Stunden unterwegs.


Vom Radau Wasserfall über die alte Pferdetränke zur Eckertalsperre, am Wasser entlang zum Hermann Frankenberg Stein, weiter zur Grenze (Niedersachen/Sachsen Anhalt), an der Ecker (Bachlauf) zum Molkehaus und über schöne Trampelfade und Wiesen zuück zum Parkplatz (Rundtour - mit kleinen Pausen +/- 7 Stunden, nach Bedarf abkürz- oder verlängerbar)

Gestartet sind wir auf einem der öffentlichen, kostenlosen Parkplätze direkt am Radau Wasserfall und haben uns von dort aus direkt auf dem eingezeichneten Trampelfad auf den Weg nach oben gemacht, rechts gehalten zur Alten Pferdetränke und von dort aus zur Eckertalsperre. Nach der Überquerung haben wir dort am Wasser eine kleine Bade- und Mittagspause eingelegt und sind dann über den Hermann Frankenbergstein über kleine Wege zur Grenze (Niedersachen/Sachsen Anhalt) gewandert und haben dort die Ecker (Bachlauf) überquert. (Die kleinen Brücken zum Seitenwechsel über den Bach sind in den meisten Karten nicht eingezeichnet, aber gut begehbar und mehrfach vorhanden.)

Entlang des Wassers sind wir in Richtung Talsperre weiter marschiert und dann rechts bergauf abgebogen, um zum Molkehaus zu gelangen. Wer die Route verkürzen will, bleibt geradeaus entlang des Wassers und läuft zurück zur Talsperre und von dort aus wieder zum Parkplatz. Wir haben uns an einem Sonntag Nachmittag für die längere Tour zum Molkehaus entschieden, wo der Biergarten mit Live Musik und Hüttengaudi gefüllt war und wir das erste Mal auf dieser Wanderung auf viele Menschen getroffen sind, die gesellig im Biergarten ihre Brot- und Auszeit genossen haben. Im Molkehaus gibt es zudem verschiedene, tolle, vegane Gerichte für Drinnen und Draußen, Bier, Café und kalte Getränke. Nach unserer Pause haben wir einen der grün gestrichelten, eingezeichneten Trampelwege zum Abstieg in Richtung Bad Harzburg genommen, sind unten links abgebogen und haben uns von dort aus knapp 4 km auf den Rückweg zurück zum Parkplatz am Radau Wasserfall gemacht. Insgesamt waren wir 7 Stunden unterwegs und hatten einen sehr abwechslungsreichen Wandertag mit Wasser zum Baden, Bächen, weiten Wiesen, schönen Waldwegen und kurzweiligem Hüttengaudi mit veganen Leckereien im Biergarten.


Vegane Auswahl im Molkehaus:

>>> Linsen-Curry mit buntem Gemüse und frischem Brot

>>> Geräucherter Tofu mit Grillgemüse, Bärlauchpesto und Rosmarin-Kartoffeln

>>> Sellerie-Steak mit Süßkartoffel-Pommes und Salatbeilage


Liebesbankweg über den Hausberg direkt aus der Unterkunft heraus, weiter entlang der Grane zum Granestausee/Talsperre und zurück (jederzeit verlänger- und abkürzbar)

Der Liebesbankweg startet direkt in Hahnenklee und geht entlang unterschiedlicher Bänke, die mit Herzen und passenden Sprüchen bekleidet sind über 7 km über den Boxberg. Im Jahre 2007 wurde der Liebesbankweg als erster Premiumwanderweg im Harz und in Niedersachsen ausgezeichnet. Von dort aus gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Route zu verlängern. Am besten man schaut, wie lange es an dem Tag gehen soll. Wir sind weiter über den Granestausee zur Talsperre gewandert, haben zwischendurch am Wasser Rast eingelegt und es genossen, an dem Tag direkt aus dem Haus heraus ohne Auto unterwegs sein zu können. Im Anschluss haben wir uns in der kleinen Fußgängerzone auf der gemütlichen Terrasse vom 1894 einen veganen Burger mit Süßkartoffelpommes gegönnt und den Tag auf unserem Hausbalkon mit Blick über den See und schönstem Sonnenuntergang ausklingen lassen.


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